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Am 29. Oktober 1950 beginnt die Geschichte der Schützenkameradschaft Borstel-Sangenstedt. An diesem Tag wurde die erste Gründungsversammlung von Heinrich Tödter und Ernst Stein einberufen. Wie das von Otto Rabeler geführte Protokoll berichtet, waren an diesem Tage 15 Interessenten der Einladung gefolgt. Weiter wird berichtet, daß diese geringe Beteiligung jedoch lediglich auf die zur Zeit stattfindenden Kreisstadtmesse in Winsen zurückzuführen sei. Von den Anwesenden wurde daher beschlossen, die Gründung des Vereins zurückzustellen und zunächst einmal für die gemeinsame Sache zu werben. Als Werber stellten sich damals folgende Personen zur Verfügung: Für Borstel: Wilhelm Bathel, Ernst Koch, Gustav Ravens, Otto Rabeler, Ernst Stein und August Wind Für Sangenstedt: Otto Kröger und Gustav Twesten Am 06. November 1950 kam es darauf zu einem Treffen der Werber. Es wurde festgestellt , daß sich die stattliche Anzahl von 130 Interessenten in die Mitgliederliste eingetragen hatte. Aufgrund des starken Zuspruchs wurde für den 10. November 1950 eine zweite - die eigentliche - Gründungsversammlung einberufen. An diesem Tage waren 65 Personen der Einladung in Rabelers Gasthaus gefolgt. Um 20:00 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Kriegervereins Borstel-Sangenstedt, Heinrich Tödter, die Versammlung und gab zunächst die auch heute noch gültigen Ziele des neu zu gründenden Vereins bekannt. Diese sind: 1.Förderung der Dorfgemeinschaft 2.Förderung des Schießsports 3.Ehrenhafte Bestattung der Vereinsmitglieder Da diese Ziele allgemeinen Zuspruch fanden, wurde mit der Tagesordnung begonnen. Zunächst mußte ein Vereinsvorstand gewählt werden. Hierzu wurde Heinrich Tödter als 1. Vorsitzender vorgeschlagen. Dieser lehnte die Wahl jedoch aus gesundheitlichen Gründen ab. Es wurde sodann Ernst Stein einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Heinrich Tödter wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der erste Vorstand des Vereins wurde wie folgt einstimmig gewählt:
Blockwarte: Für Sangenstedt: Otto Koch und Hermann Tödter Für Borstel: Max Ehmke, Hermann Meyer, Willi Pünjer, Harri Riege, Die Blockwarte hatten die Aufgabe, die Mitglieder zu den Veranstaltungen einzuladen und die Mitgliedsbeiträge zu kassieren.
Dem Verein wurde der Name: ”Schützenkameradschaft Borstel-Sangenstedt” gegeben. Als Vereinslokal wurde “Rabelers Gasthaus” in Borstel bestimmt. Als Mitgliedsbeitrag wurde für Jungschützen bis zum Alter von 25 Jahren 2,- DM, für sonstige Mitglieder 4,- DM jährlich bestimmt. Mitglieder über 75 Jahre sollten Ehrenmitglieder sein. Weiter wurde beschlossen, daß neue Mitglieder ab dem 01. Januar 1951 zudem ein Eintrittsgeld von 2,- DM zu zahlen hätten. Außerdem wurden an diesem Abend Termine für die geplanten Schießveranstaltungen bekanntgegeben. So sollte am 10. Dezember ein Übungsschießen und am 25. und 26. Dezember ein Preisschießen stattfinden. Für den 27. Dezember war ein Stiftungsfest geplant. Zum Verlauf dieser Veranstaltungen ist dem späteren Protokoll zu entnehmen, daß die Beteiligung am Übungs- und Preisschießen gut war. Es wurde jedoch bemängelt, daß die Beteiligung anläßlich des Schützenballes seitens der Schützen hätte besser sein können. Bei der ersten Jahreshauptversammlung am 08. März 1951 konnte der Vorsitzende feststellen, daß die Schützenkameradschaft zum 01.01.1951 aus 164 Mitgliedern bestand. In dieser Versammlung wurde beschlossen, erstmals ein Schützenfest zu feiern. Dieses sollte an zwei Sonntagen stattfinden. Es wurde sogleich ein Festausschuß ins Leben gerufen. Der aus den Mitgliedern: Das erste Schützenfest 1951 fand dann wie geplant an zwei Sonntagen statt. Am 06. Juni wurde ab mittags der König mit dem Luftgewehr im Saal von Rabelers Gasthaus ausgeschossen. Gegen 17:00 Uhr wurde Ernst Koch aus Borstel zum ersten Schützenkönig der Schützenkameradschaft proklamiert. Im Anschluß an die Proklamation fand ein Königsessen statt. Am Abend wurde ein geschlossener Königsball abgehalten. Der Hauptfesttag war am 17. Juni. Zunächst wurde der König abgeholt. Danach fand ein Preisschießen und ein Kinderfest statt. Am Abend feierte man einen großen Schützenball.
Am 22. Juli 1951 fand erneut eine Mitgliederversammlung statt. Es wurde festgestellt, daß das erste Schützenfest ein voller Erfolg war. Damit jedoch die Schützen in der Öffentlichkeit als solche zu erkennen seien, wurde beschlossen, daß alle Mitglieder bis zum Herbst 1951 einen Schützenhut anschaffen sollten. Weiter wurde über den Bau eines Schießstandes diskutiert, da zu dieser Zeit das Schießen mit Feuerwaffen wieder zugelassen wurde, und ein entsprechender Stand nicht zur Verfügung stand. Für den Beginn des Baues war zunächst der Herbst 1951 vorgesehen. Es sollte jedoch länger dauern bis die Schützenkameradschaft mit dem Schießstandbau beginnen konnte. Das Schützenfest 1952 wurde wie im Vorjahr veranstaltet. Die Schützen zeigten sich erstmals mit ihren neu erworbenen Schützenhüten. Auch die ersten Schützenuniformen wurden getragen.
Antreten der “Hut-Kompanie”
Bei der zum 28.02.1953 einberufenen Jahreshauptversammlung konnte festgestellt werden, daß sich die Zahl der Mitglieder durch Austritt bzw. Tod auf 155 verringert hatte. Diese setzten sich wie folgt zusammen: Schützen: 115 Jungschützen: 23 Ehrenmitglieder: 17 Es stand die Wahl eines ständigen Festausschusses auf der Tagesordnung. Dieser sollte den Vorstand bei der Ausrichtung von Veranstaltungen unterstützen. Als Mitglieder des Festausschusses wurden gewählt: Das Schützenfest 1953 wurde wie in den beiden Vorjahren gefeiert. Erstmals wurde allerdings der König auf der Deckelscheibe ausgeschossen. Aber auch der Bau eines Kleinkaliberschießstandes sollte weiter vorangetrieben werden. Das Problem war jedoch ein geeignetes Gelände hierfür zu finden. Diesbezüglich wurden Verhandlungen mit Familie Böhring aus Toppenstedt geführt. Da diese ihre Zustimmung jedoch nicht erteilte, wurde am 30.11.1953 eine Besichtigung möglicher Bauplätze durchgeführt.
Der erste Sangenstedter König: Louis Koch und Adjutant Wilhelm Meyer prosten dem “Volk” zu. (1953)
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